Nachlese

Maria 2.0

Wortgottesdienst vor St. Severin, Eilendorf


Herr meiner Seele!
Als du noch in dieser Welt wandeltest,
hast du die Frauen nicht verachtet,
sondern ihnen im Gegenteil stets deine besondere Zuneigung erwiesen.
Fandest du doch in ihnen ebenso viel Liebe und mehr Glauben
als bei den Männern.
Die Welt irrt, wenn sie meint, dass wir nicht öffentlich wirken dürfen
noch einige Wahrheiten aussprechen,
um derentwillen wir im Verborgenen weinen,
dass du, Herr, unsere gerechten Bitten nicht hören würdest.
Ich glaube das nicht, Herr, denn ich kenne deine Güte und Gerechtigkeit,
denn ein gerechter Richter bist du und nicht
wie ein Richter dieser Welt,
die als Söhne Adams, kurz, als Männer jede gute Fähigkeit bei einer Frau verdächtigen.
Ich weiß, dass der Tag kommen wird,
mein König, da man einander erkennt.
lch spreche hier nicht für mich selbst,
denn die Welt kennt meine Schlechtigkeit
und ich bin froh, dass sie bekannt ist.
Aber ich halte es in diesen Zeiten für Unrecht,
wenn man starke und zum Guten begabte Geister zurückstößt,
nur weil es sich um Frauen handelt.
(Gebet der Teresa von Avila, der Karmelitin aus dem 16.Jh., die eine der vier offiziellen Kirchenlehrerinnen ist.)

Dieses Gebet war Teil einer Gottesdienstfeier, die am Sonntag, 26.05.2019, anläßlich der Aktion Maria 2.0 vor der Kirche St. Severin von der Kfd Eilendorf organisiert und gestaltet wurde. Ca. 100 Frauen und 20 Männer haben an dieser beeindruckenden Feier teilgenommen. Sie haben mit ihrer Teilnahme das Anliegen der Initiatorinnen der Aktion unterstützt, die eine stärkere Beteiligung von Frauen in der Liturgie fordern.

Elisabeth Geusen


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