Abschied von Frau Gilliam


„Hallo Frau Gilliam ich grüße Sie“, so begann meist unser Telefongespräch oder das Treffen und endete mit „bis bald“, und das mehrmals wöchentlich. Multipliziert man das mit mehr als 17 Jahren, so kommt eine stattliche Zahl raus.

Die Zusammenarbeit mit Frau Gilliam und dem Kirchenvorstand begann am 1. Januar 2005 und wird am 30.4.2022 enden, da ihre Rentenzeit beginnt. Diese Daten sind auch kirchengeschichtlich wichtig, da bis zum 30.12.2004 die Pfarren St. Josef und Fronleichnam selbstständig waren. Einen Tag später wurden wir durch das Bistum fusioniert. Das vom Volk verfasste Pastoralkonzept sah vor, dass die Fronleichnamskirche die Pfarrkirche für die ehemals zwei Gemeinden werden sollte. Und was geschieht mit St. Josef? Das war damals nur eine Idee. Frau Gilliam, die schon seit Jahren Pfarramtssekretärin und zeitweise Rendantin in St. Josef war, zog um ins neue gemeinsame Pfarrbüro Leipziger Straße 19.

Auch der Kirchenvorstand, im November 2003 gewählt, bestehend aus Frauen und Männern beider früheren Gemeinden, nahm da seine Arbeit auf, was bedeutete neue persönliche Kontakte und ein erweitertes Arbeitsfeld. Bald stellte sich heraus, dass wir untereinander und mit Frau Gilliam, an einem Strang zogen, aber auch nicht immer einer Meinung waren, jedoch stets einen Kompromiss suchten und fanden. Frau Gilliam bezog Stellung, war zuständig für alle Erstfragen, die von der Gemeinde an sie herangetragen wurden und wo es oft um ganz konkrete Hilfen ging und geht. Um die Zusammenarbeit zwischen der Verwaltung der Pfarre und der Gemeindeleitung zu sichern, zogen wir die Pfarramtssekretärin von Anfang an in die Arbeit des Kirchenvorstandes ein. Das blieb auch so, als wir von Oktober 2007 bis September 2018 wieder einenPfarrer hatten.

Da zu unserer Pfarre neben Kirchen, Pfarrheim – OT –, Kindergärten und Altenheim auch Immobilien gehören, gab es für Frau Gilliam viel Arbeit mit Vermietungen und Instandhaltungen, auch Katastropheneinsätzen außerhalb der Dienstzeit. Überhaupt hatte sie täglich ein Arbeitspensum, das die bezahlten Stunden übertraf. Als es uns schon zum November 2006 gelang, aus der Josefskirche eine Grabeskirche zu eröffnen, war Frau Gilliam sofort bereit, auch dort die Verwaltung zu unterstützen.

Nun müssen wir Sie gehen lassen, da das einzig Beständige der Wandel ist. Da ich selber erfahren habe, wie schwer das Ende der Dienstzeit sein kann, aber auch das Glücksgefühl nun frei zu sein, denke ich, Sie sind auf einem guten Weg. Persönlich möchte ich noch hinzufügen, dass ich mit Hochachtung
von und an Sie denke und ich nicht vergesse, dass Sie mich in meiner Krankheitsphase nicht vergessen haben und dass Sie Kaffee kochen können und Humor haben, Ausdauer und Zuversicht sowieso bzw. Gottvertrauen. Respekt!

Peter Hermanns

Pfarrgemeinde St. Josef und Fronleichnam - Leipziger Str. 19 - 52068 Aachen