
Am Sonntag, den 19. April um 09:45 Uhr, feiern wir in unserer Gemeinde die Erstkommunion unserer Kinder. Unter dem Leitwort „Ihr seid meine Freunde“ haben sich die Kinder in den letzten Wochen und Monaten auf diesen Tag vorbereitet. Und ich sage es ganz ehrlich: Das war keine Vorbereitung im Sinne von „auswendig lernen und abhaken“. Sondern eher ein gemeinsamer Weg. Ein Weg mit ganz unterschiedlichen Kindern:
mit viel Neugier, mit Fragen, mit Zweifel, mit Lachen, manchmal auch mit Chaos – und genau so soll es sein. Wir haben in den Gruppen-stunden nicht versucht, „den perfekten Glauben“ zu erklären. Den gibt es sowieso nicht. Stattdessen ging es immer wieder um eine zentrale Erfahrung: Du bist gemeint. Du bist gewollt. Du bist Gottes geliebtes Kind. Und daraus wächst alles andere.
Wir haben…
- gebetet – laut und leise (und ja, auch mal unruhig )
- gesungen (weil Singen eben auch Beten ist)
- über die Taufe gesprochen und sie sogar „nachgespielt“
- darüber nachgedacht, was im Leben gut läuft – und was eben nicht und immer wieder erlebt: Kirche ist nicht nur ein Gebäude, sondern Gemeinschaft.
Gerade weil die Kinder so unterschiedlich sind, war uns wichtig: Jeder darf seinen eigenen Zugang finden. Keiner muss „schon alles können“ oder „alles glauben“.
Ein wichtiger Moment auf diesem Weg ist das Fest der Versöhnung. Da geht es nicht darum, Fehler auf-zuzählen wie in einer Liste. Sondern darum zu spüren:
Ich darf neu anfangen. Ich bin nicht festgelegt auf das, was schiefgelaufen ist.
Und das ist – ehrlich gesagt – nicht nur für Kinder eine ziemlich starke Erfahrung.
Am 19. April treten die Kinder zum ersten Mal an den Tisch Jesu.
Nicht, weil sie jetzt „fertig“ sind. Sondern weil sie eingeladen sind.Eingeladen, dazuzugehören. Eingeladen, Gemeinschaft zu erleben. Eingeladen, Freundschaft mit Jesus zu leben.
Genau darum geht es bei der Kommunion. Nach der Feier ist nicht Schluss.
Mit der Dankmesse und dem gemeinsamen Frühstück am nächsten Tag bleibt noch einmal Zeit, durchzuatmen, zu feiern – und diesen Weg bewusst abzuschliessen.
Und vielleicht beginnt da ja auch etwas Neues.
Ein Wort an Sie als Gemeinde: Ich glaube, Erstkommunion funktioniert nur dann wirklich, wenn mehr dahintersteht als ein einzelner Festtag. Deshalb meine Einladung an Sie:
Tragen Sie die Kinder mit. Mit Ihrem Mitfeiern, Ihrem Gebet – und vielleicht auch mit einem offenen Blick im Alltag. Denn die entscheidende Frage ist nicht nur für die Kinder spannend, sondern auch für uns:
Was heisst das eigentlich – Freund Jesu zu sein?
Pfarrgemeinde St. Josef und Fronleichnam - Leipziger Str. 19 - 52068 Aachen