Strassennamen des Ostviertels

Teil 15: Frankenstraße

Frankenstraße

Diese Straße beherbergt ein kleines Wohnquartier. Sie ist in Nord-Südrichtung ausgerichtet und wird vom Adalbertsteinweg (Nord) und der Augustastraße (Süd) begrenzt. Namensgeber ist ein westgermanischer Stammesverband, der sich „Franken“ (kühn, frei) nannte. Diese Franken drängten ab dem 3. Jahrhundert n. Chr. von Nord-West in das römische „Gallia Belgica“ und „Gallia Celtica“ ein und waren zunächst in ständigen Kämpfen mit den Gallien verteidigenden römischen Legionen verwickelt, die ihnen starke Verluste beibrachten. Da die römische Macht zu dieser Zeit noch nicht zu besiegen war, mussten sich die Franken auf Verhandlungen einlassen, aus denen sich Bündnisverträge mit den Römern ergaben. Im Wesentlichen in zwei Gruppen eingeteilt, siedelten sich die salischen Franken am Niederrhein und in Nordbelgien (Brabant), die ripuarischen Franken am Mittel- und Oberrhein entlang des Mains an.

Mit dem Niedergang des weströmischen Reiches im 5. Jahrhundert erstarkten die fränkischen Stämme und weiteten ihr Herrschaftsgebiet insbesondere nach Osten und Süden aus, so dass in West- und Mitteleuropa sie über ein kompaktes Territorium verfügten. Durch Eroberungen vor allem im heutigen Frankreich (lle de France/ Paris - Vernichtung des Syagrius-Reiches – Aquitanien – Zurückdrängung der Westgoten über die Pyrenäen) sowie die Niederlage der nordwärts strebenden Alamannen 496 bei Zülpich ergab sich ein Reich, das organisatorisch straff zusammenzuhalten war. In Chlodwig I. aus dem Geschlecht der Merowinger, der 482 zum König gewählt wurde, reifte eine Persönlichkeit heran, die über die notwendigen Führungseigenschaften verfügte. Er konsolidierte das neu entstandene Frankenreich durch verschiedene Maßnahmen. Dazu gehörten eine streng hierarchisch gegliederte Staatsleitung und die Einführung des Christentums Katholischer Prägung (im Gegensatz zum Arianischen Christentum, das sich in Süd- und Osteuropa ausbreitete). Chlodwig I. ließ sich 496 in Reims taufen.

Zentrum zur Beherrschung des fränkischen Raumes war zunächst Tournai. Aus Sicherheitsgründen verlegte Chlodwig I. nach kurzer Zeit seinen Sitz an die Seine (Paris). Aus territorialer Ausdehnung und zentralistischer Macht entstand ein Reich, das sich im westlichen Europa als Nachfolger des weströmischen Reichs (das 476 unterging) etablierte. Bis 751 hielten die Merowinger das Steuer des Fränkischen Reiches fest in ihren Händen, wurden in der Folgezeit jedoch von einem anderen Geschlecht – den Karolingern – verdrängt.

Als Schwert der Merowinger hatten sich die Karolinger in Laufe der Zeit hochgedient. Besonders herausragend war in diesem Zusammenhang das Zurückdrängen der Araber, die bis nach Mittelfrankreich vorgedrungen waren: In der Schlacht von Tours und Poitiers (732) wurden sie vom Karolinger Karl Martell geschlagen und über die Pyrenäen zurückgedrängt. Als Hausmeier (Kanzler) übernahm Pippin der Mittlere (689) praktisch die Regierungsgewalt, die sein Sohn Pippin der Kleine (751) mit der Königsgewalt auch offiziell bekam, wobei Papst Zacharias bzw. Papst Stephan II. durch Befürwortung des Wechsels im Königtum eine besondere Rolle spielte: Als Gegenleistung erfolgte die „Pippinsche Schenkung“; die den Papst zum Territorialherrn über Rom und große angrenzende Gebiete machte (Kirchenstaat).

Pippins Nachfolger Karl der Große (768 – 814) erweiterte das Frankenreich um Bayern, Sachsen, Norditalien und Teilen Nordspaniens und festigte das Innere des Reiches durch eine Fülle administrativer Maßnahmen. Er fühlte sich als Nachfolger der weströmischen Cäsaren, was auf Grund seiner Machtfülle auch von den noch amtierenden oströmischen Kaisern in Konstantinopel anerkannt wurde.

Unter seinen Enkeln wurde das fränkische Reich 843 durch den Vertrages von Verdun in drei Teile aufgegliedert, von denen zwei Teile (Frankreich und Deutschland) übrig blieben.

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