Strassennamen des Ostviertels

Teil 19: Desdener Straße

Dresdener Straße

Diese Straße ist neueren Datums. Im Zuge der Erschließung des östlichen Teils des Ostviertels als Gewerbe- und Industriegebiet Ende der 60er / Anfang der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts erhielt die Verbindung zwischen der Breslauer Straße (Nord) und der Rottstraße (Süd) den Namen „Dresdener Straße“. Diese Bezeichnung sollte deutlich machen, dass die Stadt Dresden mit all ihren einmaligen Kulturgütern einen gesamtdeutschen Bezug hat und nicht den DDR-Okkupanten als Aushängeschild „sozialistischen Erfolges“ dienen sollte.

Auf der östlichen Straßenseite befindet die Aachener Presse, westlich finden Sie u. a.das große Areal des  Hirsch-Centers mit seinem vielfältigen Kaufangebot.

Zu Beginn des 10. Jahrhunderts wurden die im Dresdener Raum angesiedelten Slawen von Herzog Heinrich, dem nachmaligen deutschen König (919-936), unterworfen. In Meißen, in unmittelbarer Nähe zum späteren Dresden, errichtete Heinrich eine Burg, um seinem Herrschaftsanspruch Nachdruck zu verleihen. 1089 verlieh Kaiser Heinrich IV. dem Fürstengeschlecht der Wettiner die Markgrafschaft Meißen als Lehen und legte damit den Grundstein für das spätere Kernland der Sachsen. Um 1200 entstand auch eine markgräfliche Burg auf Dresdener Gebiet. Dieser folgte 1300 ein Schloss. Dresden erhielt 1403 Stadtrechte. 1423 belohnte Kaiser Sigismund (1410-1437) die Wettiner mit dem Gebiet Sachsen-Wittenberg und übertrug damit gleichzeitig die Kurwürde auf dieses Fürstengeschlecht. Damit rückten die Wettiner bis in die höchste Adelsspitze deutscher Fürsten. Seitdem bestimmten sie in der Reichspolitik mit. Ausdruck dieser Macht war der Bau der berühmten Albrechtsburg in Meißen.

Die Teilung der sächsischen Lande 1485 in eine ernestinische und eine albertinische Linie, vergleichbar in etwa dem heutigen Thüringen (ernestinisch) und Sachsen (albertinisch), führte dazu, dass Dresden nunmehr nur noch Hauptstadt der albertinischen Linie war. Diese Tatsache kompensierte die Stadt Dresden 1547 durch den Übergang der Kurwürde an die Albertiner, die vorher die Ernestiner innehatten. Eine geschickte Politik des albertinischen Herzogs Moritz zugunsten Kaiser Karls V. (1519-1556) machte das möglich.

Die Glanzzeit Dresdens erlebte die Stadt mit Herzog August I. (der Starke, 1670-1733), der als König von Polen zum Katholizismus konvertierte und anschließend die gegenreformatorische Baukunst im barocken Stil in Dresden förderte. Als Vorbild diente ihm Ludwig XIV. von Frankreich. Der Zwinger, die Frauenkirche sowie die Jagdschlösser Moritzburg und Pillnitz tragen seine Handschrift. Darüber hinaus legte er die weltbekannten Kunstsammlungen an. Seine Nachfolger führten das Werk mit der Hofkirche (1737) und der Semper-Oper (1841) fort.
Je mehr Dresden als Kultur- und Kunstmetropole Weltgeltung erlangte, desto stärker sank seine politische Bedeutung. Die militärischen Niederlagen Sachsens im 7-jährigen Krieg (1756-1763 gegen Preußen) und in den napoleonischen Kriegen (1815) ergaben einen Gebietsverlust von 50%, den auch der Königstitel von Napoleons Gnaden (1806) nicht wettmachen konnte.

Dem Niedergang in politische Hinsicht folgte der „Dies Ater“ (13./14.02.1945). In schwersten Luftangriffen versank das „Elbflorenz“ in Schutt und Asche. Eine sinnlose Vergeltung der Alliierten zum Ende des 2. Weltkrieges. Strategisch spielte das für den Kriegsausgang keine Rolle. Die Zugehörigkeit zur DDR (ab 1949) trug nichts dazu bei, alten Glanz wieder zu erlangen. Erst seit 1990 (Wiedervereinigung) wurde innerhalb von 20 Jahren die Stadt Dresden wieder das, was sie einmal war.

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